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Mit dem Flugzeug zur Ausstellung nach Juist

Die Corona-Pandemie stellte die Mitarbeiter*innen im Friedel-Orth-Hospiz vor zahlreiche Herausforderungen. Mit den vermehrten Lockerungen gibt es jetzt aber wieder mehr Möglichkeiten, um auch besondere Wünsche der Gäste erfüllen zu können - so wie auch von Hospizgast Frau B.

Die 84jährige ist seit einem Monat zu Gast im Hospiz in Jever. In den Gesprächen mit den Pflegefachkräften erfuhren diese, dass sie sich gern eine Kunstausstellung auf Juist ansehen möchte. Um Frau B. ihren Wunsch zu erfüllen, wandte sich das Team an den Verein Lebenswunsch e. V., der sich ehrenamtlich für Wünsche von Menschen am Lebensende einsetzt.

Aufgrund der Allgemeinverfügung des Landkreises Aurich bzgl. der Einschränkungen des Tagestourismus auf den Inseln, erteilte dieser nach Rücksprache mit Lebenswunsch e. V. eine Ausnahmegenehmigung. Der Verein setzte sich parallel mit dem Piloten Börje Horn aus Bremen in Verbindung, um Details zum Flug abzuklären.

Schon zwei Tage später war es dann soweit: Frau B. wurde von Mark Castens, Vorsitzender von Lebenswunsch e. V., in Begleitung ihres erwachsenen Sohnes abgeholt und steuerte den Flugplatz in Mariensiel an. Börje Horn nahm Frau B. und ihren Sohn in Empfang und flog beide sicher nach Juist.

Frau B. genoss den Flug sehr und konnte gar nicht glauben, dass ein Team von HUF Spedition Juist GmbH mit einem Pferdegespann und Kutsche auf sie wartete. Dies wurde ebenfalls von Lebenswunsch e. V. organisiert und von der Geschäftsführung unterstützt.

Zielstrebig wurde die evangelische Inselkirche angesteuert, die eine Dauerausstellung von Gemälden der Künstlerin Margarethe Paskos führt. Hieran ist auch Stephan Reiß, Inselkantor auf der Nordseeinsel, beteiligt. Gemeinsam mit Pastorin Stefanie Lohmann überraschte er Frau B. mit einem leckeren Stuten, der weit über die Insel hinaus bekannt ist.

In aller Ruhe und mit musikalischer Begleitung erfreute sich Frau B. an den Gemälden und den tiefsinnigen Texten. Sie vergaß in dieser Zeit ihre sehr persönliche Situation, bevor sie sich auf den Rückweg ins Hospiz begeben musste. Voller Kraft und mit viel Frische erlebte Frau B. eine besondere Zeit, die sie noch am nächsten Tag "beflügelte" und auch auf die Pflegefachkräfte des Hospizes und die weiteren Gäste schwappte.